Egal wie man über Umweltschutz denkt, egal ob er notwendig ist oder nicht. Schaden kann es nicht Alternativen zu den fossilen Brennstoffen zu fördern. Die Sonnenenergie zu nutzen, die uns im Überfluss zur Verfügung steht sollte selbstverständlich sein. Jeder Liter Öl, jeder Kubikmeter Gas, jedes kg Kohle das wir verbrennen ist für immer vom Planeten verschwunden, denn diese Rohstoffe wachsen nicht nach. Unsere Nachkommen werden sich also überlegen müssen, wie sie ohne diese Resourcen zurecht kommen, und wir sollten JETZT und HEUTE damit beginnen diese Resourcen zu schonen, um der Nachwelt die Chance zu geben aus Öl, Kohle und Gas etwas Sinnvolleres zu machen als CO2, Stickoxyde, Ruß und was sonst noch so alles beim Verbrennen dieser wertvollen Rohstoffe entsteht.

 

Eine Frage die man sich bei einer Investition für eine Modernisierung als erstes stellt ist:

 

Lohnt sich das?

 

Seltsamer Weise stellt man sich diese Frage meistens nur dann, wenn es um Investitionen geht, die mit Umweltschutz oder Energie sparen zu tun haben.

Selten stellt man die Frage "ob sich das lohnt", wenn es um den Kauf eines schicken Autos, eines neuen Fernsehers oder sonstiger Luxusgüter geht.

 

Die Frage ob es sich lohnt, Geld in eine Solaranlage zu stecken ist natürlich schwer zu beantworten, denn es gibt da 3 Betrachtungswinkel. Den Emotionalen, den Ökologischen und den Ökonomischen.

Es ist auf jeden Fall ein sehr gutes Gefühl am Ende eines Tages mit der Gewissheit unter die Dusche stehen zu können, dass das Wasser nur mit der Kraft der Sonne erwärmt wurde. Und am Ende einer Woche oder eines Jahres zu wissen, dass man der Atmosphäre Schadstoffe und CO2 erspart hat, und die Öl-, Gas-, oder Strommultis weniger Geld von einem erhalten.

Ökologisch macht Energiesparen fast immer Sinn. Eine Solaranlage, egal ob sie Wärme oder Strom erzeugt, hat nach wenigen Jahren das CO2 eingespart, das für ihre Produktion, Transport und Montage benötigt wurde.

 

Bei der Frage ob es sich lohnt, bleibt also nur die Frage nach der Ökonomie.

Dank des EEG amortisiert sich eine PV-Anlage immer dann, wenn sie nicht zu teuer eingekauft wurde, und lange genug Fehlerfrei funktioniert. Im Prinzip gilt das natürlich auch für thermische Anlagen, aber für PV gibt es nunmal eine garantierte Vergütung für 20 Jahre. Eine thermische Anlage rechnet sich finanziell nur, wenn die Energiepreise hoch sind.

 

Eine thermische Anlage muss, abgesehen von den kleinen staatlichen Hilfen (bis zu 105 €/m² Solarfläche), dem Besitzer die Investition in Form des Energieertrages wieder ausgleichen.

Während eine PV-Anlage sehr einfach zu berechnen ist, und für die Energie im öffentlichen Stromnetz immer genügend "Platz" vorhanden ist, kann man bei der thermischen Anlage viele Fehler machen, die bei PV so gar nicht möglich sind.

Die Sonne im Winter zur Heizungsunterstützung zu nutzen ist nicht so einfach. Je höher die Systemtemperaturen, desto geringer der Wirkungsgrad. Je kleiner der Speicher, desto mehr Energie geht im Sommer bei länger anhaltendem schönem Wetter ungenuzt verloren.

 

Eine gute thermische Solaranlge kann etwa 350 kWh Energie pro Jahr und m² Fläche erwirtschaften. Die Hersteller geben in der Regel diesen Wert mit etwa 500 kWh pro m² und Jahr an. Dies gilt aber leider nur dann, wenn man auch im Sommer den Ertrag voll nutzen kann.

Zum einen ist dann eine kleine Solaranlage, was den Ertrag je m² Kollektorfläche angeht wirtschaftlicher, da sie im Sommer keine Überschüsse produziert. Zum anderen verursacht aber nicht nur der Kollektor Kosten, sondern auch die Speicher, Pumpen Rohrleitungen usw. Die Gestehungskosten je m² Kollektorfläche fallen also mit der Größe der Fläche, und irgendwo kann man dann einen Kompromiss zwischen Kosten und Nutzen finden.

Ökonomisch sinnvoll ist deshalb eine Anlage, die im Sommer einen vertretbaren Überschuss produziert und im Winter einen noch spürbaren Ertrag erwirtschaftet. Eine schlecht geplante Anlage, die nur 100 kWh/m² und Jahr liefert, kann sich nicht amortisieren, ab etwa 300 kWh/m² könnte sie sich gerade noch rechnen, und bei 500 kWh/m² wird die Sache interessant.

Mehr als 350 kWh/m² erreicht man aber nur, wenn man die gesamte Heizungsanlage optimiert. Das ist bei älteren Anlagen eigentlich recht einfach. Da man mit der Solaranlage auch einen Pufferspeicher hat, oder zumindest haben sollte, kann man diesen auch für die Heizungsanlage nutzen. In sonnenarmen Zeiten, wenn der Brenner (egal ob Gas Öl oder Holz) die Hauptarbeit leisten muss, sollte man diesen in seinem optimalen Arbeitsbereich betreiben. Lange Brennerlaufzeiten und die für das Gerät optimalen Temperaturen sparen bis zu 30% Öl oder Gas. In der Regel werden bei etwas älteren Anlagen viel zu hohe Temperaturen eingestellt um immer genügend Energie zur Verfügung zu haben, und Niedertemperaturkessel die man auch mit 35 Grad betreiben kann werden mit extrem kurzen Taktzeiten "vergewaltigt". Hier passt der Vergleich mit einem PKW, der immer nur für extreme Kurzstrecken benutzt wird, und dadurch natürlich viel mehr Spritt verbraucht.

Auf einen Ertag von 500 kWh/m² und Jahr kann man kommen, wenn man zusammen mit der Montage der Solaranlage auch die gesamte Heizungsanlage überdenkt und optimiert.

Investiert man 15.000 Euro für eine 10m² Anlage, und holt aus dieser unter Berücksichtigung der Gesamtoptimierung dann 500 kWh/m² und Jahr heraus, ergibt sich folgende Rechnung:

10 mal 500 kWh entsprechen etwa 500 Liter Öl, Gas wird ja ohnehin in kWh abgerechnet.

15.000 Euro bringen gut angelegt 4% Zinsen, das sind 600 Euro pro Jahr. Die Anlage rechnet sich also bei einem Ölpreis von 1,20 € je Liter.

Ökonomisch betrachtet ist diese Investition also nicht sinnvoll. Wer sein Geld aber bei der letzte Finazkrise verloren hat, hätte es besser in eine unwirtschaftliche Solaranlage investiert. Natürlich vorausgesetzt er hat ein geeignetes Objekt.

Mit viel Eigeninitiative und Eigenleistung habe ich für meine thermische Solaranlage 16.500,- € bezahlt, und sie soll etwa 1000 Liter Öl im Jahr einsparen. Bei einem Ölpreis von 50 Cent entspricht das einer Verzinsung von 3%. Die mit Sicherheit bald wieder steigenden Ölpreise werden die Amortisation beschleunigen.

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